Aktionsplan

Nationaler Aktionsplan Integration Das tun wir für Ihre Chance

Strategisch und systematisch setzt der Nationale Aktionsplan Integration darauf, dass alle in Deutschland faire Chancen haben und diese ergreifen. Das stärkt jede Einzelne und jeden Einzelnen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt. Die Bundesregierung hat den Aktionsplan gemeinsam mit über 300 Partnerinnen und Partnern aus Ländern, Kommunen, Wirtschaft und Gesellschaft erarbeitet. Entstanden sind über 100 Maßnahmen. Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration hat den Prozess koordiniert.

Integration heißt Zusammenwachsen und das geht nicht von heute auf morgen. Der Nationale Aktionsplan Integration ist deshalb in verschiedene Phasen unterteilt. Denn in jeder Phase der Integration haben die Menschen unterschiedliche Bedürfnisse.

Phase I: Erwartungen steuern – Orientierung geben ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

Viele unterschiedliche Personengruppen entscheiden sich dazu nach Deutschland einzuwandern. Dazu gehören Menschen aus den EU-Mitgliedstaaten, nachziehende Familienangehörige oder Menschen, die zur Arbeitsaufnahme nach Deutschland kommen. Sie alle benötigen dabei unterschiedliche Informationen. Die bereits vorhandenen Informationsangebote wurden geprüft und überarbeitet, wobei ein Fokus auf digitalen Angeboten lag.

Das Ziel ist, dass allen Interessierten gut zugängliche, verständliche und möglichst einheitliche Aufklärungsangebote zur Verfügung stehen. Alle sollen sich vorab bestmöglich über Wege der regulären Migration informieren können.

Federführung:
Auswärtiges Amt

Maßnahmen

  1. Vernetzung der Angebote und Akteure - Handbook Germany und Rumors about Germany
    Auswärtiges Amt Neue deutsche Medienmacher*innen
  2. Evaluierung der Plattform „Mein Weg nach Deutschland“ 
    Goethe Institut
  3. Pilotprojekt: Virtueller Infochat für Flüchtlinge in Erstaufnahmeländern und Transitzentren 
    Internationale Organisation für Migration Auswärtiges Amt
  4. Digitaler Wegweiser: Verzahnung von BAMF und Plattform „Make it in Germany“
    Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Um den Fachkräftebedarf in Deutschland zu decken, sollen neben dem inländischen und europäischen Potenzial auch Arbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer aus Drittstaaten angeworben werden. Damit mehr gut ausgebildete Menschen sich dafür entscheiden, nach Deutschland zu kommen, sollen die Informations- und Beratungsangebote verbessert werden.

Arbeitgeberinnen und -geber in Deutschland werden stärker dabei unterstützt auch Fachkräfte aus Drittstaaten in ihren Betrieben einzusetzen. Die gesetzlichen Regelungen werden vereinfacht, damit Unternehmen und Arbeitskräfte auf möglichst wenige Hürden stoßen.

Der Arbeitsstandort Deutschland soll auch für Fachkräfte aus Drittstaaten attraktiv sein.

Federführung:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Maßnahmen

  1. Strategie zur gezielten Gewinnung von Fachkräften aus Drittstaaten
    Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
  2. Kommunikation und Werbung ausbauen
    Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
  3. Mittels Bedarfsanalyse inländische Bedarfe an Fachkräften aus Drittstaaten erkennen
    Bundesagentur für Arbeit Fachkräftesicherung für kleine und mittlere Unternehmen
  4. Mittels Potenzialanalyse Potenziale für die Fachkräftegewinnung in Drittstaaten erkennen
    Bundesagentur für Arbeit
  5. Informationsangebot bündeln und Beratungs- und Dienstleistungsangebote für interessierte Fachkräfte ausbauen
    Bundesagentur für Arbeit Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
  6. Beratungs- und Dienstleistungsangebote für Arbeitgeber ausbauen
    Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Bundesagentur für Arbeit

Einwanderinnen und Einwanderer, die sich entschieden haben, nach Deutschland zu kommen, können sich bereits im Herkunftsland auf ihr neues Leben vorbereiten. Dafür werden Qualifizierungsangebote vor allem zum Arbeitsmarkt, zu Arbeitsrechten und den Möglichkeiten der Anerkennung von Abschlüssen und Qualifikationen gebraucht.

Gleichfalls gilt es, Werte wie die Gleichstellung von Mann und Frau zu vermitteln. Spezielle Angebote für Frauen und Mütter, die über Frauenrechte, den Anspruch auf Kinderbetreuung oder die Möglichkeiten des Bildungssystems aufklären sind dabei wichtig. Die vorhandenen Angebote wurden daraufhin geprüft, ob sie ausgebaut werden müssen. Der Start in ein neues Leben in Deutschland soll möglichst reibungslos gelingen.

Federführung:
Auswärtiges Amt
Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration

Maßnahmen

  1. Optimierung und Skalierung der bestehenden Angebote zur Vorintegration von Erwerbsmigrantinnen und -migranten auf Basis einer Studie des Goethe-Instituts 
    Goethe-Institut
  2. Pilotprojekte zur Vorintegration zum Ehegatten-/Familiennachzug aus der Türkei 
    Türkische Gemeinde in Deutschland Föderation Türkischer Elternvereine in Deutschland e.V.
    Verband deutsch-syrischer Hilfsvereine e.V.
  3. Pilotprojekt zur Weiterentwicklung der Vorintegrationsmaßnahmen im Resettlement und in der humanitären Aufnahme 
    Internationale Organisation für Migration
  4. Unterstützung der Vorintegration von EU-Bürgern/innen durch Migrationsberatung 
    Die Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration
  5. Pilotprojekt zur Stärkung von Beratungsangeboten zur Vorintegration und deren Anbindung an Migrationsberatung in Deutschland 
    Diakonie Deutschland
    (Förderung durch die Integrationsbeauftragte)

Sprache ist ein Schlüsselfaktor für gelungene Integration. Einwanderinnen und Einwanderer können sich bereits in ihren Herkunftsländern auf das Leben in Deutschland vorbereiten, indem sie Deutsch lernen. Dabei stellt sich die Frage, welche Art von Deutschsprachkursen gebraucht wird:

  • Helfen zum Beispiel Online-Selbstlernkurse weiter oder werden mehr Sprachkurse vor Ort benötigt?
  • Welches Sprachniveau benötigt man für den Beruf, welches für den Alltag?
  • Können Sprachkurse auch interkulturelle Vorbereitung bieten?
  • Und welche Rahmenbedingungen fördern den Spracherwerb?

Das Ziel sind bedarfsgerechte Bildungsangebote, damit der Start in Deutschland und die Verständigung leichter fallen. Dabei wird auch betrachtet, wie unterschiedliche Sprachangebote im Ausland und in Deutschland besser aufeinander abgestimmt werden können.

Federführung:
Auswärtiges Amt

Maßnahmen

  1. Verzahnung der Sprachkurse im Herkunftsland mit den Sprachkursangeboten in Deutschland und Überbrücken der „Wartephasen"
    Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Goethe-Institut
  2. Ausbildung von Deutschlehrkräften im Ausland vorantreiben 
    Goethe-Institut
  3. Betreuungsinitiative Deutsche Auslands- und Partnerschulen (BIDS) zur Vorbereitung auf Studium in Deutschland stärken
    Deutscher Akademischer Austauschdienst
  4. Deutsch als Fremdsprache im öffentlichen Schulsystem der Gastländer stärken 
    Auswärtiges Amt Goethe-Institut Deutscher Akademischer Austauschdienst Pädagogischer Austauschdienst

Wenn Einwanderinnen und Einwanderer nach Deutschland kommen, findet oft ein Austausch von Know-How, Ideen und Erfahrungen mit den Herkunftsländern statt. Viele engagieren sich von Deutschland aus für eine nachhaltige Entwicklung ihrer Herkunftsländer, oft auch gemeinsam in Diaspora-Organisationen.

Dieser Einsatz soll stärker gefördert werden. Auch die Informations- und Beratungsangebote zu den regulären Einwanderungsmöglichkeiten einerseits und den Chancen im Herkunftsland andererseits sollen verstärkt werden.

Mit gezielten Angeboten, wie zum Beispiel partnerschaftlichen Migrationsansätzen oder Qualifizierungen vor Ort, kann flexibel auf den Bedarf an Arbeitskräften in Deutschland reagiert werden und zugleich dem Arbeitsmarktbedarf in den Herkunftsländern entsprochen werden.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit handelt nach den Grundsätzen ethischer Verantwortung und internationaler Solidarität und leistet einen aktiven Beitrag, dass Migration sicher, geordnet und regulär erfolgt und einen Gewinn für alle darstellt: für uns, für die Herkunftsländer und für die Einwanderinnen und Einwanderer selbst (triple win).

Federführung:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Maßnahmen

  1. Erweiterung des Forums „Migration für Entwicklung“
    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
    Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GmbH
  2. Stärkere Einbindung von rückkehrenden Fachkräften und Diasporaorganisationen in die Migrationsberatung
    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
    Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GmbH
  3. Stärkung von Kapazitäten zur Steuerung von Arbeitsmigration und -mobilität zwischen Nordafrika und Europa
    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
    Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GmbH
  4. Förderung von kommunalen Partnerschaften für Migration und Entwicklung
    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
    Servicestelle Kommunen in der Einen Welt / Engagement Global
  5. Praxisorientierte Forschung zu Arbeits- und Ausbildungsmigration
    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
    Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GmbH
Phase II: Ankommen erleichtern – Werte vermitteln   ⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

Sprache ist der Schlüssel für die gesellschaftliche und berufliche Integration. Das Gesamtprogramm Sprache (Integrationskurse und berufsbezogene Sprachkurse) ist das grundlegende Angebot der Bundesregierung zum Spracherwerb. Es wurde besprochen, wie die Qualität der Sprachkurse weiter verbessert und das Angebot der Berufssprachkurse ausgebaut werden kann.

Außerdem wurde diskutiert, wie man auf die Bedürfnisse der Lernenden mit besonderen Schwierigkeiten (wie zum Beispiel Menschen, die nicht oder kaum zur Schule gegangen sind, oder Teilnehmende, die vor oder durch ihre Flucht traumatisiert wurden) besser eingehen kann. 

Auch wurden Vorschläge erarbeitet, um die Gelegenheiten zur Sprachpraxis außerhalb der Kurse zu fördern.

Ferner wurden die Planungen zu dem aktuell entwickelten „Informationssystem Integration“, das unter anderem Informationen über die verschiedenen Sprachangebote zusammenführen soll, diskutiert und die weitere Entwicklung und Nutzung des Instruments besprochen.

Federführung:
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Maßnahmen

  1. Digitaloffensive: Konsolidierung der im Rahmen der Covid-19-Pandemie eingeführten digitalen Formate und Ausbau der digitalen Lernangebote
    Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
  2. Einführung eines Kurses mit langsamer Progression im Rahmen des Integrationskurses und Entwicklung eines neuen Einstufungstests unter andrem zur frühzeitigen Identifizierung von Langsamlernenden
    Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
  3. Förderungen von informellen Sprachangeboten: Modellprojekt "SwaF Verein(t) - Gemeinsam Wir"
    Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
  4. Entwicklung und Einführung innovativer Zertifikatsprüfungen für die Berufssprachkurse
    Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Einwanderinnen und Einwanderer stehen für den Einstieg in den Alltag verschiedene Beratungsangebote zur Verfügung. Die Angebote des Bundes (Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) und Jugendmigrationsdienste (JMD)) sollen ergänzend zu den persönlichen Beratungen an ihren Standorten vor Ort zunehmend auch Online-Beratungen anbieten beziehungsweise ausbauen. In der digitalen Welt und den sozialen Netzwerken lässt sich gerade mit Online-Beratungen das Angebot ergänzen.

Insbesondere Migrantenorganisationen kennen die Bedarfe der Einwanderinnen und Einwanderer und so wurde auch betrachtet, wie deren Expertise im Beratungsprozess genutzt und die Zusammenarbeit gestärkt werden kann. 

Eine gute Vernetzung der vielfältigen Beratungsangebote des Bundes und der Länder sowie von MBE und JMD mit allen handelnden Akteuren ist Grundvoraussetzung einer bestmöglichen Beratung und Begleitung.

Federführung:
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Maßnahmen

  1. Entwicklung und Aufbau einer Denkwerkstatt zur Online-Beratung im Rahmen des Projektes "Dig.it"
    Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
    BAG Evangelische Jugendsozialarbeit / Servicebüro Jugendmigrationsdienste
  2. mbeon – Online-Beratung als Regelangebot
    Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
  3. Modellprojekt mit dem Verband für Interkulturelle Wohlfahrtspflege, Empowerment und Diversity (VIW) zur Erprobung lokaler Kooperationsformate von MBE und Migrantenorganisationen
    Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
  4. Ausbau und Vernetzung der Beratungsangebote von Bund und Länder
    Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Viele Einwanderinnen und Einwanderer haben bereits in ihren Herkunftsländern einen Berufsabschluss erworben. Unabhängig von der Staatsangehörigkeit können sie diese Qualifikationen in Deutschland anerkennen lassen. Das ist nicht immer einfach, nicht alle nehmen diese Möglichkeit in Anspruch. Und nicht alle Abschlüsse sind sofort gleichwertig mit einem inländischen Berufsabschluss. Für die Anerkennung muss dann zusätzlich eine Qualifizierungsmaßnahme oder Prüfung erfolgen.

Je besser die Möglichkeiten sind, die mitgebrachten beruflichen Qualifikationen anerkennen zu lassen, desto besser sind die Chancen für Einwanderinnen und Einwanderer in ihren erlernten Berufen zu arbeiten. Das Ankommen im Arbeitsleben in Deutschland gelingt damit schneller und einfacher.

Federführung:
Bundesministerium für Bildung und Forschung

Maßnahmen

  1. Anerkennungszuschuss
    Forschungsinstitut Betriebliche Bildung
    (Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung)
  2. Runder Tisch Anerkennung 
    Bundesministerium für Bildung und Forschung / Bundesinstitut für Berufsbildung
  3. Zentrale Servicestelle Berufsanerkennung 
    Bundesministerium für Arbeit und Soziales Bundesagentur für Arbeit Bundesministerium für Bildung und Forschung (Finanzierung)
  4. Prozesskette zur Einwanderung
    Bundesministerium für Gesundheit

Bildung ist eine wesentliche Voraussetzung für gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe sowie sozialen und wirtschaftlichen Aufstieg. Damit ist Bildung gleichzeitig ein Schlüssel zur Integration in die Gesellschaft.  

Alle Jugendlichen sollen unabhängig von ihrer Herkunft eine gerechte Chance auf einen Schul- oder Ausbildungsabschluss haben. Mit einer guten Ausbildung oder einem Studienabschluss verbessern sich die Chancen, erfolgreich am Arbeitsleben teilzunehmen und ein sinnerfülltes Leben zu führen.

Federführung:
Bundesministerium für Bildung und Forschung

Maßnahmen

  1. Bund-Länder-Initiative: "Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS)"
    Bundesministerium für Bildung und Forschung
  2. Neue Förderperiode der Bund-Länderinitiative „Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“
    Bundesministerium für Bildung und Forschung
  3. Fortsetzung der DAAD-Hochschulprogramme für Flüchtlinge
    Bundesministerium für Bildung und Forschung
  4. Neues Dialogformat auf Bundesebene „Integration durch Bildung“
    Bundesministerium für Bildung und Forschung
Phase III: Eingliederung

Teilhabe ermöglichen – Leistung fordern und fördern

Im Vergleich zu 2013 standen 2018 zusätzlich 3,25 Millionen Menschen in Deutschland in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Davon hatten 46 Prozent oder 1,5 Millionen Menschen einen ausländischen Pass. Dies zeigt, dass der Beschäftigungsaufbau der letzten Jahre schon fast zur Hälfte durch ausländische Fach- und Arbeitskräfte ermöglicht wurde. Hierbei sind Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte und deutschem Pass noch nicht eingerechnet. 

Damit das Potenzial von Einwanderinnen und Einwanderern für die Bedarfe des Arbeitsmarkts, für qualifikationsgerechte Beschäftigung und für den Wohlstand in Deutschland noch besser genutzt werden kann, müssen strukturelle und persönliche Nachteile von Einwanderinnen und Einwanderern am Arbeitsmarkt adressiert werden.

Denn noch sind Einwanderinnen und Einwanderer fast dreifach so häufig von Arbeitslosigkeit betroffen und weisen geringere schulische und berufliche Bildung im Verhältnis zur autochthonen Bevölkerung auf.

Das Themenforum zielt auf alle Einwanderergruppen – Schutzsuchende, EU-Einwandererinnen und Einwanderer, Fachkräfte aus Drittstaaten und diejenigen die hier schon lange in Deutschland leben. Ihr Potenzial soll in Zukunft noch besser für den Arbeits- und Fachkräftebedarf des Landes genutzt, Arbeitslosigkeit und Transferleistungsbezug vermieden werden.

Federführung:
Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Maßnahmen

  1. Spezielle Auszubildendenkurse im Rahmen der Deutschsprachförderverordnung (DeuFöV)
    Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
  2. Ausbau der Zugänglichkeit von Informationsangeboten
    Bundesagentur für Arbeit
  3. Intensivierung des Austausches und der Kooperation zwischen Beratungsstellen und Finanzkontrolle Schwarzarbeit durch institutionalisierte Dialogformate
    Bundesministerium für Arbeit und Soziales
  4. ESF-Programm zur Förderung von Frauen mit Migrationshintergrund (einschließlich geflüchteter Frauen) am Arbeitsmarkt
    Bundesministerium für Arbeit und Soziales
  5. Einrichtung von „Regionalen Koordinationsstellen Fachkräfteeinwanderung“ im Förderprogramm Integration durch Qualifizierung (IQ) in jedem Bundesland 
    Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Die frühe Förderung von Kindern leistet einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit. Das gilt für Kinder mit und ohne familiäre Einwanderungsgeschichte gleichermaßen. Gute Angebote der Kindertagesbetreuung sind dafür wichtig. Gerade neuzugewanderte Kinder profitieren davon.

Eltern oder Familien müssen dazu wissen, dass und wie sie das Angebot früher Bildung, Betreuung und Erziehung nutzen können. Ihre Erfahrungen und Wünsche sollen dabei partnerschaftlich in Erziehungs- und Bildungskonzepten der Kindertageseinrichtungen oder in der Kindertagespflege berücksichtigt werden.

Die Fachkräfte in den Einrichtungen müssen in der Lage sein, auf unterschiedliche Hintergründe reagieren zu können. Bedarfsgerechte Weiterbildungsangebote sind in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung. Besonders wichtig sind auch gute Konzepte für sprachliche Bildung. Mit einer guten frühen Bildung in guter Qualität sollen allen Kindern gleiche Chancen auf Teilhabe ermöglicht werden.

Federführung:
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Maßnahmen

  1. Fortsetzung des Bundesprogramms „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“
    Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  2. Qualifizierte Fachkräfte für die frühe Bildung gewinnen und fördern sowie den Ansatz der vorurteilsbewussten, antidiskriminierenden und antirassistischen Bildung, Betreuung und Erziehung in der Aus- und Weiterbildung festschreiben
    Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  3. Teilhabe von Familien durch niedrigschwellige Beratungs- und Beteiligungsangebote stärken 
    Kommunen und Migrantenselbstorganisationen
  4. Vorurteilsbewusste Pädagogik als Qualitätsmerkmal in der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung verankern
    Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  5. Sprachliche Bildung als Qualitätsmerkmal in der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung verankern
    Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Freiwilliges Engagement bedeutet aktive Mitgestaltung in der Gesellschaft und ermöglicht Teilhabe. Engagement von Bürgerinnen und Bürgern mit familiäre Einwanderungsgeschichte wird daher als wichtiger Katalysator für Integration und Partizipation sowie als Stärkung des sozialen Zusammenhalts wahrgenommen. 

Der zweite Engagementbericht sieht große Engagementbereitschaft und -potenziale bei Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte. Andererseits fehlt vielen „klassischen“ Engagement- und Ehrenamtsstrukturen der Nachwuchs. Migrantenorganisationen treten selbstbewusst als neue Strukturen auch im Engagementsektor auf.

Wie können ehrenamtliche Organisationen und Vereine insofern das Engagementpotenzial von Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte aktivieren, und wie können Zugangsbarrieren zu zivilgesellschaftlichen Bereichen und Institutionen erkannt und abgebaut werden? Wichtig sind dabei die Jugendverbände, die den Grundstein für das Engagement von Heranwachsenden legen können.

Wie können zudem Migrantenorganisationen als integrationsfördernde neue Strukturen stärker eingebunden und unterstützt werden? Ein Augenmerk wird auf die Wirkung von Engagementformen in Lotsen-, Mentoring- sowie Patenschaftsprogrammen und -projekten gelegt.

Federführung:
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Maßnahmen

  1. Projekt „BFD für alle – Interkulturelle Öffnung des Bundesfreiwilligendienstes“
    Türkische Gemeinde in Deutschland 
  2. „JEM – Jugendliches Engagement in Migrant*innenorganisationen“
    Deutsche Jugend in Europa
    (Förderung durch die Integrationsbeauftragte)
  3. Ausweitung der „Houses of Resources“ (HoR)
    Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
  4. Patenschaftsprogramm „Menschen stärken Menschen“
    Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  5. VAMOS - Verbandsakademie für Migrantenorganisationen
    Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Vor allem die Kommunen vor Ort leisten einen großen Beitrag dafür, dass Einwanderinnen und Einwanderer schnell in Deutschland heimisch werden können. Dazu brauchen die Kommunen gute Strukturen und Instrumente, auf die sie zurückgreifen können. Wichtig ist, dass die einzelnen Behörden innerhalb der Kommunen wissen, was die jeweils anderen Stellen tun. Auch eine gute Vernetzung und ein Dialog zwischen den Kommunen sind notwendig.

Indem Orte der Begegnung geschaffen werden, soll der Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern gefördert werden. Viele Kommunen haben Integrationskonzepte entwickelt.

Ziel ist es, diese mit Konzepten zur integrierten Stadtentwicklung zu verknüpfen, um vor allem diejenigen Stadtteile zu unterstützen, die wichtige Integrationsleistungen erbringen. Städte und Gemeinden ermöglichen durch ihre Arbeit die Integration aller Bevölkerungsgruppen und stärken damit den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.

Federführung:
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration

Maßnahmen

  1. Kommunale Arbeitshilfe „Integration vor Ort“ 
    Bundesministerium des Innern
    Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung
  2. KommPAktiv – Kommunale Integrationsbeiräte qualifizieren, Demokratie stärken
    Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat
  3. Modellprojekt „Weltoffene Kommune – vom Dialog zum Zusammenhalt“ 
    PHINEO gAG Bertelsmann Stiftung
    (Förderung durch die Integrationsbeauftragte)
  4. Kommunales Integrationsmonitoring: Begleitung und Erprobung der Indikatorenanwendung – Indikatorenset 2.0 
    Deutsches Institut für Urbanistik 
  5. Forschungsprojekt zu kommunalen Narrativen in der Integrationsarbeit
    Bundesministerium des Innern
    Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung
  6. Projektvorhaben „Hand in Hand – Innovative Lösungen zum Datenmanagement in der lokalen Integrationsarbeit“ 
    Migration Policy Research Group der Stiftung Universität Hildesheim,  Robert Bosch Stiftung GmbH
    (Förderung durch die Integrationsbeauftragte)

Wenn Einwanderinnen und Einwanderer sich in ländlichen Räumen niederlassen wollen, stoßen sie oft auf besondere Herausforderungen. Hierzu kann zum Beispiel gehören, dass Integrationskurse verkehrstechnisch nur schwer erreichbar sind. Auch die Netzwerke, wie sie zum Beispiel Migrantenorganisationen bieten, sind in ländlichen Räumen weniger verbreitet.

So vielfältig wie die ländlichen Räume sind allerdings auch die jeweiligen Rahmenbedingungen für Integration. Deshalb gilt es, die Akteure vor Ort zu vernetzen und passgenaue Lösungen zu entwickeln, damit Integration nicht nur gelingt, sondern dazu beitragen kann, die ländliche Entwicklung voranzubringen und ländliche Räume zu bereichern.

Federführung:
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Maßnahmen

  1. Verbundforschungsprojekt "Zukunft für Geflüchtete in ländlichen Regionen Deutschlands"
    Thünen-Institut, TU Chemnitz, Universität Hildesheim, FAU Erlangen-Nürnberg
  2. Aktualisierung des Kartenmaterials zu Integrationspotenzialen
    Thünen-Institut
  3. Förderung von Forschungsvorhaben zu ehrenamtlichem Engagement in ländlichen Räumen
    Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
    Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
  4. Berücksichtigung der Haltefaktoren in ländlichen Räumen bei der Evaluierung der Wohnsitzregelung
    Bundesministerium des Innern
    Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
  5. Digitale Infomappe zur Verbesserung von Information und Berichterstattung über Integration in ländlichen Räumen 
    Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Phase IV: Vielfalt gestalten – Einheit sichern ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

Sport birgt großes Integrationspotenzial. Er stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und trägt zur gesellschaftlichen Integration bei.

Er fördert die Begegnung von Menschen ganz unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft. Er schafft Verständigung und baut Vorurteile ab. Sport vermittelt darüber hinaus Werte, Verhaltens- und Orientierungsmuster – wie Fair Play, Regelakzeptanz und Teamgeist.

In diesem Themenforum soll unter dem Gesichtspunkt „Integration in den Sport“ darauf hingewirkt werden, das ehrenamtliche Engagement von Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte und die Teilhabe insgesamt (insbesondere von den Zielgruppen der Frauen und Mädchen, Kinder und Jugendliche, Älteren sowie sozial Benachteiligten) zu stärken sowie die Zusammenarbeit zwischen Migrantenorganisationen und Sportvereinen zu verbessern.

Zudem soll die Rolle des Breitensports als Plattform und Anknüpfungspunkt für gesellschaftliche Integration (zum Beispiel Wertevermittlung, Kompetenztraining, soziales Miteinander, Gesundheit, Gewaltprävention) stärker herausgearbeitet und adressiert werden (Gesichtspunkt „Integration durch den Sport“).

Federführung:
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Maßnahmen

  1. Integration und Gesundheitsförderung älterer Menschen mit Migrationshintergrund durch niederschwellige Sport- und Bewegungsangebote
    Bundesministerium des Innern, Bundesministerium für Gesundheit, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Deutscher Olympischer Sportbund, Migrantenorganisationen
  2. Qualifizierung und Vernetzung der Anlaufstellen für Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle in den Landesverbänden des DFB
    Bundesministerium des Innern, Deutscher Fußball-Bund, Deutscher Olympischer Sportbund
  3. Leadership-Programm für ehrenamtlich Aktive mit familärer Zuwanderungsgeschichte
    Deutscher Olympischer Sportbund, Deutscher Fußball-Bund
  4. Verstärkte Vernetzung und Kooperation des organisierten Sports mit Migrantenorganisationen mit besonderem Fokus auf die kommunale Ebene 
    Bundesministerium des Innern, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Deutscher Olympischer Sportbund,  Migrantenorganisationen

Das Gesundheits- und Pflegewesen in Deutschland bietet eine sehr hohe Versorgungsqualität. Schon heute leisten viele Fachkräfte mit familiärer Einwanderungsgeschichte wertvolle Beiträge, um diesen hohen Standard zu erhalten. Die Gewinnung und Qualifizierung von mehr Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte für Gesundheits- und Pflegeberufe wird daher auch künftig von großer Bedeutung sein.  

Neben der Qualitätssicherung der medizinischen und pflegerischen Versorgung kommt es auch darauf an, dass alle hier lebenden Menschen die bestehenden Versorgungsangebote effizient nutzen können. Insbesondere für Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte, deren Deutschkenntnisse noch nicht ausreichen, sind daher mehrsprachige Informationen über diese Angebote notwendig.

Entsprechende Empfehlungen (Leitlinien) können Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen zudem dabei unterstützen, besondere kulturelle Bedürfnisse von Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte noch besser zu verstehen und auf diese einzugehen.

Federführung:
Bundesministerium für Gesundheit

Maßnahmen

  1. Optimierung der beruflichen Integration von Personen mit Migrationshintergrund als Beitrag zur Fachkräftesicherung im Gesundheitswesen (INGE)
    Modellprojekt INGE
  2. Digital-Interaktive Ausbildung von Pflegepersonal mit Migrationshintergrund 2.0
    HAW Hamburg
  3. „Vielfalt pflegen“: Lernplattform zur Förderung transkultureller Kompetenzen in der Pflege/E-Learning für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege 
    Berufsfachschule Paulo Freire im Zentrum ÜBERLEBEN gGmbH
  4. Brückenbauerinnen und Brückenbauer in der Hospiz- und Palliativpflege 
    Brückenbauerinnen
  5. Datengrundlagen zur Gesundheit und medizinischer Versorgung von Asylsuchenden ausbauen
    Universität Heidelberg, Universität Bielefeld 

Stadtteile, Kieze oder Nachbarschaften sind zentrale Orte der Integration, des Kennenlernens und des Zusammenlebens. Die Förderprogramme zur sozialen Stadtentwicklung, die ressortübergreifende Strategie Soziale Stadt und die Wohnraumoffensive von Bund, Ländern und Gemeinden sollen Kommunen dabei unterstützen, dass dies gut funktioniert.

Wichtig ist dabei auch, dass Lösungen für sogenannte Problemimmobilien entwickelt werden und Wohnen bezahlbar bleibt. Mit einer guten sozialen Infrastruktur und der Schaffung von Orten der Integration im Quartier kann das Zusammenwachsen vor Ort gelingen – egal ob mit oder ohne familiäre Einwanderungsgeschichte.

Federführung:
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Maßnahmen

  1. Stärkung des interkulturellen Dialogs, der demokratiestärkenden Bildung und der Teilhabe in Quartieren 
    Bundesministerium des Innern
  2. Forschungsprojekt zur Einbindung des Handlungsfeldes Migration/Integration/Teilhabe in integrierte Konzepte der Stadtentwicklung
    Bundesministerium des Innern
  3. Leitfaden „Stärkung der Integration und Teilhabe – Erfolgsfaktoren bei der Planung und Umsetzung sozialer Infrastruktureinrichtungen“
    Bundesministerium des Innern
  4. Informationsangebote für zugewanderte Menschen und Beratungsstellen zum Thema Wohnen
    Bundesministerium des Innern

Gesellschaftliche Vielfalt ist in Deutschland gelebter Alltag. Spiegelt sich diese Realität auch in unseren Medien wider? Die einen kritisieren eine beschönigende, andere eine vornehmlich problemorientierte Berichterstattung über Migration und Migranten.

Tatsächlich prägen Medien Bilder von den verschiedenen ethnischen und kulturellen Gruppen der Einwanderungsgesellschaft mit. Über sie findet die öffentliche Kommunikation und Verständigung in unserer Gesellschaft statt. Daher kommt den Medien im Bereich der Integration eine hohe Verantwortung zu. Mediale Integration zielt darauf ab, ethnische und kulturelle Vielfalt als Normalität in der Einwanderungsgesellschaft darzustellen.

Redaktionen brauchen daher Perspektivenvielfalt: Die Diversität in der Gesellschaft soll sich auch vor und hinter der Kamera, in Programm und Personal widerspiegeln.

Federführung:
Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration

Maßnahmen

  1. Fortbildung "Medien - Integration – Migration" für die differenzierte und sachbezogene Berichterstattung zum Thema Migration und Integration 
    Mediendienst Integration, Erich-Brost-Institut für internationalen Journalismus der TU Dortmund
    (Förderung durch die Integrationsbeauftragte)
  2. „Interkulturalität und Diversität in Film und Fernsehen fördern“ - Erhebungen zur Diversität in Film und Fernsehen
    citizens for europe, MaLisa Stiftung 
  3. „Vielfalt stärken – Diversity-Kompetenz im Journalismus schaffen und sichtbar machen
    Neue deutsche Medienmacher*innen e. V.
    (Förderung durch die Integrationsbeauftragte)
  4. Digitale Medienangebote vernetzen: „Together in Germany“ und „netzwerk medien.vielfalt!“
    netzwerk medien.vielfalt!
    Radio Wüste Welle
    Neue deutsche Medienmacher*innen e. V.
     
  5. „No Hate Speech Movement“ – NOHATE Desintegrative Entwicklungen im Netz bekämpfen, integrative Ansätze fördern
    No Hate Speech Movement, Verbundprojekt NOHATE

Kunst und Kultur leisten einen wichtigen Beitrag zu gesellschaftlichem Zusammenhalt und zur Integration. Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte sind in den Verbänden und Organisationen des Kulturbetriebs oft unterrepräsentiert. Mehr Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte sollen als Partner, Publikum oder Personal gewonnen werden, um die Vielfalt in Kultureinrichtungen zu fördern.

Eine Studie zu Diversität in Kultur und Medien soll weiter konkretisieren, wo Handlungsbedarf besteht. Mit dem Netzwerk für Kulturelle Bildung und Integration 2.0 für Kultureinrichtungen kann dauerhaft der Erfahrungsaustausch im Bereich der kulturellen Integration gesichert werden. Wichtige Ziele sind, gleichberechtigte Teilhabe und Diversität im Kulturbereich zu verbessern. Die Initiative kulturelle Integration befördert mit ihren 15 Thesen zu „Zusammenhalt in Vielfalt“ den gesellschaftlichen Diskurs.

Federführung:
Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Maßnahmen

  1. Migrationsgeschichte und -gegenwart in Museen abbilden
    Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
    Museen
  2. Modellvorhaben zur Diversität in Kultureinrichtungen
    Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
  3. Diversität in Bildung und Qualifizierung fördern: Fortbildungsprogramm
    Kulturstiftung des Bundes
  4. Fortentwicklung „Netzwerk Kulturelle Bildung und Integration 2.0“
    Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
  5.  „Bericht zur Diversität im Kultur- und Medienbereich in Deutschland“
    Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
    Deutschen Kulturrat 
Phase V: Zusammenhalt stärken – Zukunft gestalten  ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte sollen an der Gestaltung unserer Gesellschaft mitwirken. Einen entscheidenden Einfluss auf die Partizipationsbereitschaft hat die politische Bildung. Manche Gruppen können sich grundsätzlich nicht oder noch nicht an Wahlen und anderen Gremien beteiligen.

Daher ist es wichtig, dass politische Bildung bereits zu einem frühen Zeitpunkt demokratische Teilhabe und partizipative Möglichkeiten zur Mitgestaltung auf unterschiedlichen Ebenen aufzeigt, um Integration als wechselseitigen Prozess abzubilden, der den Zusammenhalt der Gesellschaft befördert.

Durch funktionale Schnittstellen mit zivilgesellschaftlichen Akteuren sowie zielgruppenspezifischen Angeboten mit multiperspektivischem Ansatz, kann politische Bildung die Bereitschaft von Migrantinnen und Migranten zur gesellschaftlichen und politischen Teilhabe gezielt fördern.

Federführung:
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Maßnahmen

  1. Schwerpunktförderung für Modellprojekte zum Thema Migration - Integration – Teilhabe
    Bundeszentrale für politische Bildung
  2. Schwerpunktförderung für Modellprojekte zur Modernisierung und zum Ausbau der Trägerstrukturen der politischen Erwachsenen-Bildung (Stärkung und Diversifizierung)
    Bundeszentrale für politische Bildung
  3. Vielfältig, demokratisch, kommunal!
    Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat
  4. Projekt „BePart – Teilhabe beginnt vor Ort“
    Minor e.V.
    (Förderung durch die Integrationsbeauftragte und die Bundeszentrale für politische Bildung)
  5. Mentoringprogramm „Lead Me“
    Deutschlandstiftung Integration
  6. Wahl-O-Mat-Redaktionen 
    Bundeszentrale für politische Bildung

Auch im öffentlichen Dienst soll sich die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln. Dabei geht es darum, dass zum einen mehr Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte im öffentlichen Dienst beschäftigt werden sollen, und zum anderen, dass die Angebote und Dienstleistungen des öffentlichen Dienstes so ausgerichtet sind, dass sie von allen gleichermaßen genutzt werden können. Dies gelingt mit einer Strategie zur interkulturellen Öffnung über alle Ministerien hinweg und mit möglichst verbindlichen Zielen.

Gleichzeitig sollen bestehende Bemühungen, wie zum Beispiel Werbemaßnahmen für den öffentlichen Dienst, besser auf die Zielgruppen ausgerichtet werden. Bei der Einstellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern soll stärker auf interkulturelle Kompetenzen und Mehrsprachigkeit geachtet werden.

Die interkulturelle Kompetenz aller Beschäftigten, ob mit oder ohne familiäre Einwanderungsgeschichte, soll gefördert werden. Die interkulturelle Öffnung in der Bundesverwaltung ist ein zentrales Ziel der Bundesverwaltung.

Federführung:
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration

Maßnahmen

  1. Erklärung für mehr Vielfalt im öffentlichen Dienst
    alle Ressorts
  2. Gründung eines bundesweiten Netzwerks Diversität – Praxisforum von Bundesbehörden mit Ländern und Kommunen 
    Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und Ressorts
  3. Online-Toolsammlung – Diversitätsförderung in der Praxis
    Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
  4. Vereinbarung der periodischen Durchführung des „Diversität und Chancengleichheit Surveys“ und Erhebung des Diversitätsklimas im Bundesdienst 
    Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
    Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung
  5. Standardisierte Erfassung von Diversitätsmaßnahmen mittels Onlineabfrage (Organisationsbefragung Bund)
    Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
    Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung

Die Bundesregierung sieht die Bekämpfung der verschiedenen Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit und aller damit verbundenen Formen der Diskriminierung als eine grundlegende und vordringliche Aufgabe an. Eine Bestandsaufnahme soll klären, wo Handlungsbedarf besteht.

Gemeinsam haben die staatliche Seite und zivilgesellschaftliche Organisationen Maßnahmen gegen Diskriminierung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit erarbeitet. 

Alle Menschen in Deutschland sollen vor Diskriminierung aus rassistischen Gründen oder aufgrund der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität geschützt werden.

Federführung:
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Maßnahmen

  1. Öffentlichkeitswirksame Kampagne für Demokratieförderung und gegen Vorurteile und Rassismus
    Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  2. Forschungsprojekte: Ausbau der Antidiskriminierungsberatung in Deutschland sowie Vereinheitlichung der Dokumentation von Diskriminierungsfällen nach dem AGG              
    Antidiskriminierungsstelle
  3. Nationaler Diskriminierungs- und Rassismusmonitor
    Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung
  4. Policy-Analyse der Reformvorschläge für die Verbesserung des rechtlichen Diskriminierungsschutzes
    Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung

Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte, die dauerhaft in Deutschland leben, können sich einbürgern lassen, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Über die Möglichkeiten zur Einbürgerung soll verstärkt, auch im Internet, informiert werden. Die Einbürgerungsverfahren sollen verbessert werden. Dazu gehören zum Beispiel schnellere Verfahren oder eine vereinfachte Antragstellung. Einbürgerungslotsen können dabei unterstützen.

Mit Einbürgerungsfeiern wird die Bedeutung des Erwerbs der deutschen Staatsbürgerschaft angemessen gewürdigt.

Federführung:
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration

Maßnahmen

  1. Weiterentwicklung der Informationsmaterialien zur Einbürgerung
    Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
  2. Entwicklung eines digitalen Angebots 
    Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
  3. Erstellung einer Expertise zu Strukturen, Entwicklungsbedingungen und Entwicklungschancen von Einbürgerungsprozessen und Einbürgerungsverfahren in der Bundesrepublik Deutschland
    Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
    Sachverständigenrat für Integration und Migration
    (Förderung durch die Integrationsbeauftragte)
  4. Behördenübergreifender Austausch zu Fragen der Rechtspraxis
    Bundesministerium des Innern
  5. Informationsaustausch zwischen Behörden, Forschung und NGOs zur Förderung der Einbürgerung
    Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration

Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Wirtschaft sollen die gleiche Wertschätzung erfahren, unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder Weltanschauung. Voraussetzung dafür ist, dass Unternehmen und Institutionen ein Arbeitsumfeld schaffen, dass frei von Vorurteilen ist. Die Bundesregierung bekennt sich zur Bedeutung von interkultureller Öffnung und Diversity Management in Wirtschaft und Verwaltung.

Eine Bestandsaufnahme hat herausgefunden, wieweit diese bereits umgesetzt wurden und untersucht, welche Chancen sich für die Unternehmen bieten und welche Schwierigkeiten auftreten. Gute Beispiele sollen identifiziert und verbreitet werden. Die bestehenden Informations- und Beratungsangebote zur interkulturellen Vielfalt in der Arbeitswelt wurden genauer untersucht und sollen verbessert beziehungsweise ausgebaut werden.

Die Anerkennung und Wertschätzung von Vielfalt in der Arbeitswelt in Deutschland soll befördert und ein Arbeitsumfeld für alle geschaffen werden, das frei von Vorurteilen ist.

Federführung:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Maßnahmen

  1. Austauschforum „Business meets Diversity“
    Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
    Wirtschaftsjunioren Deutschland
    Türkisch-Deutsche Studierenden und Akademiker Plattform
  2. Erhebung zu Diversität in Unternehmen und zu Maßnahmen des Diversity Managements 
    Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung
  3. Pilotierung unternehmensbezogener Vielfalts-Projekte
    Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge, Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung
  4. Webseite zu Initiativen und Projekten, die zum Thema Diversity in der Wirtschaft arbeiten
    Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
  5. Pilotierung des Projekts „Integrationsscouts“
    Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge